Decision Integrity
Decision Integrity ist die Bedingung, unter der ein System über die Zeit dieselbe legitime, entscheidungstragende Instanz bleibt.
Was Decision Integrity bedeutet
Decision Integrity fragt, ob ein System über die Zeit noch unter derselben gültigen Entscheidung handelt. Sie ist nicht identisch mit Korrektheit, Modellqualität, Logging oder Compliance-Dokumentation.
Ein System kann verhaltensseitig erfolgreich und formal compliant bleiben, obwohl Entscheidungsidentität, Mandat oder Annahmebasis bereits gedriftet sind.
Abgrenzung zu benachbarten Begriffen
| Begriff | Frage | Was fehlt |
|---|---|---|
| Compliance | Sind dokumentierte Kontrollen und Pflichten vorhanden? | Ob dieselbe Entscheidung zur Laufzeit noch gültig ist |
| Safety | Lassen sich schädliche Fehler verhindern oder begrenzen? | Ob ursprüngliche Autorität und Annahmen die Ausführung noch tragen |
| Explainability | Lässt sich ein Output interpretieren? | Ob die Entscheidung selbst noch legitim ist |
| Monitoring | Ändert sich das Verhalten? | Ob Verhaltensänderung die Entscheidungsidentität verändert |
Kernbausteine
- Identität: Die definierenden Attribute der Entscheidung müssen erhalten bleiben.
- Kontinuität: Legitimität muss während der Ausführung fortbestehen, nicht nur zum Freigabezeitpunkt.
- Witnessability: Aussagen über Identität und Drift müssen an Zeugen gebunden sein.
- Re-Legitimation: Ändern sich identitätsrelevante Bedingungen, braucht Fortsetzung einen expliziten Governance-Akt.
Warum das wichtig ist
Decision Integrity ist die Ebene, die Mandat, Systembetrieb und Auditierbarkeit verbindet. Ohne sie entsteht leicht eine falsche Sicherheit: Kontrollen bleiben grün, während sich die zugrunde liegende Entscheidungsbasis still verändert.
Genau diese Kategorie will SnapOS definieren und ausbauen.